Monatsthemen

Warum es wichtig ist, die Konfession unserer Vorfahren zu kennen.

Bevor die Standesämter in Deutschland eingeführt wurden, haben die Kirchen die Aufgabe übernommen, alle Personen zu erfassen. Wenn du also auf der Suche nach deinen Vorfahren bist, die vor 1876 gelebt haben, dann sind die Kirchen eine gute Anlaufstelle für deine weitere Forschung. Da die Personen in den Kirchenbüchern der jeweilis zugehörigen Kirche erfasst wurden, ist es hilfreich zu wissen, welche Konfession deine Vorfahren hatten und in welchem Ort das gesuchte Ereignis (Taufe, Eheschließung, Tod) stattgefunden haben.

Kirchenbücher finden

Die Kirchenbücher wurden und werden in der zuständigen Kirchengemeinde geschrieben. Teilweise sind die Kirchenbücher noch in der jeweiligen Kirchengemeinde aufbewahrt, teilweise werden sie aber von übergeordneten Archiven verwahrt. Um herauszufinden, wo die Bücher zu finden sind, wendest du dich mit deiner Anfrage am besten an die jeweilige Kirchengemeinde. Dort kann dir gesagt werden, wo die Kirchenbücher aufbewahrt werden und möglicherweise schon die gefragten Informationen aus den Kirchenbüchern. Beachte dabei auch, dass die Kirchengemeinden früher möglicherweise anders aufgeteilt waren und heute zu anderen Gemeinden gehören.
Vielleicht wurden die Kirchenbücher auch schon digitalisiert und sind online einsehbar (mehr dazu in einem separaten Bericht).

Standesämter und ihre Aufgaben

Viele denken beim Standesamt erst einmal an eine Hochzeit. Das ist aber nur eine der Aufgaben, die das Standesamt hat. Weil dort alle Geburten, Eheschließungen und Todesfälle in den entsprechenden Registern erfasst und werden, ist das Standesamt eine gute erste Anlaufstelle, wenn du dich auf die Suche nach weiteren Quellen außerhalb deiner Familie machen möchtest.
Die Standesämter gibt es seit 1876 in ganz Deutschland, in manchen Regionen wurden sie schon etwas früher eingeführt.

Personenstandsregister und -urkunden

Bei den Unterlagen im/aus dem Standesamt musst du zwischen Urkunden und Registern unterscheiden:

Im Standesamt werden die Personenstandsregister zu Geburten, Eheschließungen oder Lebenspartnerschaften und der Sterbefällen geführt. Diese bleiben im Standesamt bzw. werden nach einer gewissen Aufbewahrungsfrist ans zuständige (Stadt-)Archiv abgegeben. Früher wurden die Einträge händisch in Büchern der Personenstandsbücher eingetragen, seit 2009 werden die Register digital geführt.

Für die eigenen Unterlagen wird als Nachweis eine Personenstandsurkunde ausgestellt. Das sind die Unterlagen, die du vielleicht schon im Familienstammbuch deiner Eltern gesehen hast.

Wenn du nun eine Anfrage ans Standesamt machen möchtest, beispielsweise weil du wissen willst, wo oder wann deine Großeltern geboren sind, dann bittest du um die Auskunft aus den Personenstandsregistern. Frage aber nach einer Kopie des Originaleintrags mit allen Randvermerken! Nicht nach einer Urkunde! Warum ist das ein Unterschied? Der Originaleintrag enthält meist mehr Informationen, als auf der Urkunde ausgegeben werden, und in den Randvermerken werden oft Hinweise auf andere Einträge gegeben. Beispielsweise kann beim Geburtseintrag die Information über den Tod vermerkt sein.

Monatsthema März: Wo fange ich bloß an mit meiner Forschung?

Wie versprochen, gibt es ab heute jeden Monat ein anderes Thema mit dem wir uns näher beschäftigen wollen. Und was ist logischer, als bei den Grundlagen anzufangen…? 😎Die einzelnen Beiträge findest du jeweils hier auf der Website und auf der Facebookseite. Am besten gleich die Seite liken und keinen Beitrag verpassen!
https://www.facebook.com/jugendforscher😅

Ahnentafel

Zum Start habe ich euch heute eine Ahnentafel zum Download vorbereitet. Diese könnt ihr euch ausdrucken und mit den Informationen füllen, die ihr nach und nach in Erfahrung bringt.
Tipp: Schreibe Daten, für die du noch keinen Quellennachweis hast mit Bleistift, und bestätigte Daten mit Kugelschreiber/Filzstift. So hast du immer den Überblick, wo dir noch die Quelle fehlt.

Gehe auf Entdeckungsreise in der näheren Umgebung

Wenn du mit der Ahnenforschung anfangen möchtest, fang erst einmal damit an, die Informationen in deiner Nähe zusammenzutragen. Unterhalte dich mit deinen Eltern und deren Geschwistern, frag Cousinen und Cousins, besuche Großeltern, Großtanten,… und andere Weggefährten deiner Familie. Und streue die Information, dass du dich für eure gemeinsamen Vorfahren interessierst. Vielleicht gibt es in deiner Familie bereits jemanden, der (einen Teil) der Familie aufgeschrieben hat? Vielleicht hat die Großmutter noch die Familienbibel ihrer Eltern, wo ein paar Generationen eingetragen wurden? Und konzentriere dich dabei nicht nur auf die Fakten, schreib dir auch die Geschichten auf, die es zu erzählen gibt!
Fang erst einmal Schritt für Schritt an. Lass dich nicht stressen, du musst nicht gleich in die Archive fahren! Du brauchst nicht gleich einen Gen-Test! Du musst noch kein Abo abschließen, um Kirchenbücher online einsehen zu können! Das kannst du alles noch machen, aber gehe zuerst auf Entdeckungsreise in der näheren Umgebung!

Sterbebilder oder Totenzettel

Früher war es überweigend in katholischen Gegenden Brauch, für die Verstorbenen Sterbebilder mit den wichtigsten Lebensdaten drucken zu lassen. Heute werden die Sterbebilder oft unabhängig von der Konfession gedruckt, meist mit einem Foto der Verstorbenen sowie Geburts- und Sterbedatum und -ort. Sie sind eine liebe Erinnerung and die Verstorbenen und geben uns Informationen zu den Lebensdaten. In vielen Familien findet sich eine ganze Kiste voll.
Viele Ahnenforschervereine sammeln und erfassen die Sterbebilder, beispielsweise der Bayerische Landesverein für Familienkunde e.V. und die Westdeutsche Gesellschaft für Familienkunde e.V.

Der berühmte Schuhkarton…

Bei vielen Forschern beginnt das Interesse an der eigenen Familiengeschichte mit dem Fund eines Bildes oder eines Schuhkartons mit einem Sammelsurium an alten Fotos und Unterlagen.
Habt auch ihr eine (Schuh-)Schachtel, in der alte Bilder gesammelt wurden? Je länger deine Familie schon in dem Haus wohnt, desto besser stehen die Chancen, dass frühere Generationen euch etwas hinterlassen haben. Oft stehen diese irgendwo auf dem Dachboden oder ganz hinten im Schrank, und keiner erinnert sich so richtig daran. Frag doch mal deine Eltern, wissen sie etwas? Hake ruhig auch etwas nach, manches erscheint den Eltern vielleicht nicht besonders spannend, ist für dich aber schon ein Teil Geschichte. So war der Kinderausweis der Eltern für sie vielleicht ein ganz normales Dokument, für dich ist es aber schon ein kleiner Schatz aus der Vergangenheit.

Ahnentafeln 1933-1945

In der Zeit, als die Nationalsozialisten von 1933-1945 regiert haben, mussten viele Deutsche mit einem „Ariernachweis“ ihre arische Herkunft belegen, beispielsweise wenn sie bestimmte Berufe ausüben wollten, wie Ärzte, Beamte oder Mitarbeiter im öffentlichen Dienst.
Wenn sich in deiner Familie solche Unterlagen finden, hast du schon einen guten Anhaltspunkt über deine Vorfahren und die angegebenen Quellen.
Aber Achtung! Vergiss nicht, aus welchem Grund diese Ahnentafel erstellt werden musste: Juden oder Personen mit jüdischen Vorfahren sollten radikal aus der Gesellschaft entfernt werden. Behörden und Kirchen mussten plötzlich sehr viele Anfragen bearbeiten und Beglaubigungen ausstellen. Dabei können Fehler passieren, oder möglicherweise wurden Informationen bewusst verfälscht oder weggelassen. Nimm die Informationen also nur als Orientierung und überprüfe die Quellen nochmals selbst. Das betrifft natürlich nicht nur die Informationen aus den Ariernachweisen, sondern jegliche Daten, die du aus fremden Forschungen erhältst.

Familienstammbuch

Die ersten Urkunden für deine Ahnenforschung findest du bereits bei dir daheim: Im Familienstammbuch. In dem Moment, in dem eine Familie gegründet wird, also bei Heirat bzw. bei Geburt des ersten Kindes. Dort werden dann alle Urkunden für die Familie
eingeheftet. Du findest darin also nicht nur deine eigene Geburtsurkunde, sondern auch die deiner Geschwister und deiner Eltern, ebenso wie deren Heiratsurkunde und auch die Sterbeurkunden, falls in deiner Familie bereits jemand
gestorben ist.
Bestimmt haben auch deine Großeltern so ein Familienstammbuch, oder zumindest die entsprechenden Urkunden bei sich daheim…